Suchtprävention als Gemeinschaftsaufgabe
Wegschauen ist keine Lösung
Die Suchtprävention zeichnet sich im Landkreis Karlsruhe durch die nachhaltigen Module des Rahmenprogrammes „Wegschauen ist keine Lösung“ aus. Der Ansatz orientiert sich am Lebensraum junger Menschen. Internationale Studien belegen, dass kommunale Interventionsprogramme, die alle Beteiligten vor Ort einbeziehen und die kommunal aktiv mitgesteuert werden, wesentlich erfolgreicher sind. Die 2001 gegründete Initiative umfasst zwischenzeitlich eine umfangreiche Rahmenkonzeption aus zahlreichen Modulen. Alle Module von „Wegschauen ist keine Lösung“ werden vor dem Hintergrund der aktuellen Bedarfe und Entwicklungen fortlaufend überprüft und angepasst.
Suchtprävention in Vereinen
Innerhalb der Präventionskampagne wurde ein Zertifizierungsverfahren für Vereine entwickelt, um für die lokale Umsetzung des Jugendschutzes als Teil der Suchtprävention im Verein zu werben. Inzwischen wurdenm über 1200 Zertifikate unter dem Label „Verein aktiv im Jugendschutz“ an Vereine im Landkreis ausgestellt werden. Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen ist allgegenwärtig, vor allem im Freizeitbereich und somit auch im Vereinsleben. Dies stellt eine besondere Herausforderung für Jugendbetreuer*innen sowie Trainer*innen dar. Im Bereich des Jugendschutzes und Suchtprävention haben Vereine eine wichtige Verantwortung.
Suchtprävention ist dann besonders wirksam, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe wahrgenommen wird und von vielen Gruppen und Institutionen wie zum Beispiel Familie, Schule, Verein oder Gemeinde wahrgenommen wird. Eltern, aber auch andere Bezugspersonen außerhalb der Familie können wesentlich dazu beitragen, dass Kinder Schutzfaktoren gegen Sucht bzw. einen verantwortungsvollen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln entwickeln.
Projekt „7 aus 14“
Eine Möglichkeit, Vereinsfeste jugendgerecht zu gestalten ist das Projekt „7 aus 14“. Ziel ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol. Die Veranstalter haben Vorbildfunktion und bemühen sich, riskanten Alkoholkonsum zu reduzieren und dadurch gesundheitliche Schäden zu vermindern.
Die Zertifizierungsschulungen „Vereine aktiv im Jugendschutz“ werden durch unsere Suchtberatungsstellen durchgeführt. Für den mittleren und nördlichen Landkreis schult Frau Lechner vom bwlv (Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation) und für den südlichen Landkreis Frau Gerich von der agj (Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e. V.).
„7 aus 14“ bietet:
– Sicherheit bei der Umsetzung des Jugendschutzgesetzes
– Kontakt zur Suchtberatungsstelle vor Ort
– Materialien zum Jugendschutz für Vereinsfeste (Tabletts, Plakate, „sichere Trinkhalme“, etc.)
– kostenfreier Verleih unserer alkoholfreien Cocktailbar Blu:Bar
Zertifizierungsschulungen:
07.10.2026 Vereinsschulung in Pfinztal
19.11.2026 Vereinsschulung in Malsch
09.12.2026 Vereinsschulung in Bruchsal
Aktuell sind keine Online-Termine verfügbar. Anmeldungen sind per E-Mail bei der Beauftragte für Suchtprävention Jessica Loos möglich.
Nüchtern das neue Cool
Die Blu:Bar ist eine alkoholfreie Cocktailbar, die als Teil des KJR-Verleihangebots für Feste und Veranstaltungen von Vereinen, Jugendgruppen oder Schulen zu günstigen Konditionen gemietet werden kann.
Die Blu:Bar wurde als gemeinsames Alkoholpräventionsprojekt vom Kreisjugendring in Zusammenarbeit mit der Suchtbeauftragten des Landkreises Karlsruhe konzipiert. Die Blu:Bar bietet Kindern und Jugendlichen ein tolles Barerlebnis ganz ohne Alkohol. Nüchtern ist das neue Cool, denn auch ohne Alkohol können junge Menschen viel Spaß haben. Trotzdem muss man nicht bei Apfelschorle bleiben, sondern kann mit der Blu:Bar leckere alkoholfreie Cocktails zubereiten und genießen.
Ansprechpartner: Andreas Becker
Kontakt: verleih@kjr-ka.de
